Lange Belichtungszeiten

Lange Belichtungszeiten

Es ist erstaunlich, was für schöne Bilder auch bei schlechten Lichtverhältnissen mit langen Belichtungszeiten zustande kommen können!  Ein Meister in diesem Bereich bin ich sicherlich nicht, jedoch habe ich mich auf anderen Seiten und in Foren schlau gemacht und auch meine eigenen Erfahrungen gemacht.

Gerade mit langen Belichtungszeiten lassen sich sehr interessante Bilder und Stimmungen einfangen. Gerade in der Dämmerung, zur „blauen Stunde“ oder bei Nacht lassen sich ganz erstaunliche Aufnahmen machen.

Kasematten
Die Düsseldorfer Altstadt zur blauen Stunde mit langen Belichtungszeiten eingefangen.

Dabei ist jedoch nach meiner Meinung einiges zu beachten und ich möchte Euch ein paar Tipps mit auf den Weg geben, mit denen ich gute Erfahrungen gemacht habe:

1.)  Ein Stativ ist auf jeden Fall anzuraten, wenn nicht sogar unabdingbar.
Hierbei ist es klar, dass das Stativ einen sicheren und vor Erschütterungen gesicherten Stand haben sollte.
Auch tendiere ich dazu, die Mittelsäule des Stativs möglichst nicht oder nur gering nach oben auszufahren. Das bringt noch ein wenig mehr Stabilität in die ganze Sache, als wenn das Stativ bis zum Maximum ausgefahren ist.
Manche Stative haben auch die Möglichkeit, an der Mittelsäule mittels eines kleinen Hakens noch „Gewicht“ anzuhängen. Nehmt doch einfach die Fototasche und hängt diese zur zusätzlichen Stabilisierung an das Stativ!

2.) Nach Möglichkeit sollte auf den Autofokus verzichtet werden. Bei schlechten Lichtverhältnissen versagt dieser oftmals. Also bevorzuge ich den manuellen Fokus bei schwierigen Verhältnissen. Besonders hilfreich ist es dabei, wenn man das vorhandene Display zum Fokussieren nutzen kann. Wenn vorhanden, ist dabei auch die Nutzung der „Lupenfunktion“ anzuraten. Hiermit habe ich auch bei schwachem Licht noch sehr gute Ergebnisse erzielen können.

3.) Wenn Ihr (wie oben beschrieben) ein Stativ benutzt, ist der vermutlich vorhandene Bildstabilisator nicht notwendig, bzw. kann sogar stören. Dieser wird ggfs. versuchen, Verwacklungen abzufangen, die gar nicht vorhanden sind, Also: Bildstabilisator ausschalten.

4.) Bei einer Spiegelreflex-Kamera kann der Spiegel bei der Auslösung Erschütterungen verursachen, die sich dann negativ im Bildergebnis widerspiegeln. Also nutze ich die Spiegelvorauslösung bzw. Spiegelverriegelung bei meiner Kamera. Dieser ist bei den Canon-Kameras bei den sog. „Individualfunktionen (C.Fn)“ zu finden. Diese Einstellung bewirkt, dass der Spiegel schon ca. 2 Sekunden vor der Aufnahme hochgeklappt wird und die Kamera sich in der Zeit wieder beruhigen kann. Erst danach erfolgt die eigentliche Aufnahme, ohne die Erschütterungen vom Spiegel.

5.) Um weitere Erschütterungen bei der Auslösung zu verhindern, ist die Nutzung eines Fernauslösers Pflicht. Was nützt das beste Stativ und eine Spiegelverriegelung, wenn ich dann doch die Kamera berühren muss und selber Erschütterungen verursache? Dabei bevorzuge ich einen kabellosen Fernauslöser. Angst hätte ich bei einem kabelgebundenen Auslöser, dass durch die physikalische Verbindung zur Kamera auch wieder Erschütterungen übertragen werden könnten, wenn ich unvorsichtig bin.
Wer keinen Fernauslöser hat, oder die Anschaffung noch scheut, kann alternativ den Selbstauslöser seiner Kamera nutzen.

6.) Da wir sowieso ein Stativ benutzen, ist die Länge der Belichtungszeit in den meisten Situationen  vermutlich eher untergeordnet. Um bei den schwierigen Lichtverhältnissen das Bildrauschen schon bei der Aufnahme möglichst gering zu halten, nehme ich einen möglichst geringen ISO-Wert. Bei mir ist das aktuell ISO 100.

 

Einige Profis empfehlen darüber hinaus auch noch, den optischen Sucher bei ganz langen Belichtungszeiten abzudecken. Angeblich wird durch den Sucher bei einigen Kameras Streulicht mit in das Bild aufgenommen. Bei mir konnte ich das noch nicht feststellen, behaltet das aber bitte im Hinterkopf.

Ferner sollte bedacht werden, dass bei ganz langen Belichtungszeiten sich der Sensor der Kamera erwärmen kann. Ein warmer Sensor verursacht stärkeres Bildrauschen als ein kalter Sensor. Das kommt vermutlich im Sommer eher zum Tragen, als bei Außenaufnahmen im Winter.